Verstehe deinen Körper #2 – Fettverbrennung im Sport

Im vergangenen Blogbeitrag „Fettverbrennung im Alltag“ habe ich dir erklärt, dass sich dein Körper in einem ständigen Auf- und Abbau befindet. Dabei baut er auf, was gefordert wird und baut ab, was halt nicht gefordert wird. Ich weiss, dass du das schon im ersten Beitrag verstanden hattest, aber ich erwähne es nochmal weil es absolut zentral ist!

Ausserdem weisst du spätestens seit diesem Beitrag, dass Körperfett sehr energiedicht ist. Das heisst, du hast mit kaum sichtbaren Fettreserven so viel Energie gespeichert, um Tage bis Wochen zu überleben.

Wann wird denn nun Fett verbrannt?

Fett wird eigentlich praktisch immer verbrannt! Denn in Ruhe und bei leichter sportlicher Anstrengung ist der Energiebedarf pro Zeiteinheit (z.B. pro Minute) recht gering. Dein Körper ist ein Sparfuchs. Bei diesen tiefen Anforderungen greift er natürlich auf die Quelle zurück, die nie versiegt. Und das sind die Fette.

Dein Körper ist ein cleverer Minimalist

Allerdings ist dein Körper auch faul genug, parallel andere Energiequellen zu nutzen, sofern sie schnell verfügbar sind. Das macht er gerne mit Zucker. Denn wenn du gerade etwas mit Zucker zu dir genommen hast, ist die Energie daraus schneller verfügbar, als wenn sie zuerst aus der Fettverbrennung gewonnen werden muss.

Grundsätzlich deckt also der Körper seinen Energiebedarf in Ruhe und bei leichten Anstrengungen vor allem aus Fetten und bei Zuckerkonsum zusätzlich aus diesem Zucker. Das Verhältnis zwischen Zucker und Fett unterscheidet sich allerdings stark zwischen Sportlern und Nichtsportlern. Und das ist natürlich ein Ergebnis langfristiger Anpassungsprozesse.

Beim Nichtsportler

Hier gilt was ich bereits beschrieben habe. Der Körper entscheidet was gerade schneller verfügbar ist und mischt die beiden Energiequellen Fett und Zucker. Die Zuckerspeicher sind üblicherweise bereits voll (dazu später mehr) und Kalorien sind in Hülle und Fülle verfügbar. Kein Grund zu haushalten, darum greift er auf beides zu, ohne beim Zucker zu sparen.

Beim Sportler

Ein sportlich aktiver Körper funktioniert hier etwas anders. Er versucht in Ruhe möglichst viel Energie aus den Fetten bereitzustellen und möglichst Zucker zu sparen. Eventuell sind die Zuckerspeicher auch vom letzten Training noch leer und diese werden so schnell als möglich aufgefüllt. Das hat Priorität. Ausserdem ist die Fettverbrennung beim Sportler viel effizienter, kann also mehr Energie pro Zeit liefern. Aus diesen Gründen ist der Anteil der Energie aus der Fettverbrennung viel höher als beim Nicht-Sportler.

Die Grenzen der Fettverbrennung

Das tollste an der Fettverbrennung ist, dass sie einen beinahe unerschöpflichen Energiefluss bietet. Aber wie alles im Leben hat die Geschichte zwei Seiten. Der grosse Nachteil ist nämlich, dass dieser Energiefluss in Wirklichkeit ein Energiebächlein ist. Denn pro Zeiteinheit kann die Fettverbrennung nur eine sehr begrenzte Menge an Energie liefern.

Sport fühlt sich bekanntlich bei korrekter Ausführung durchaus auch mal anstrengend an. Und spätestens wenns anstrengend wird, reicht die Energie aus dem Fettstoffwechsel nicht mehr aus, um den Bedarf zu decken. Kein Problem, wir haben ja noch Zucker! Zucker ist nämlich quasi der Hochleistungstreibstoff unseres Körpers. Wie die Zuckerverbrennung funktioniert erkläre ich dir später. Im Moment musst du aber noch wissen, dass die Zuckerreserven im Körper viel kleiner sind, als die Fettreserven.

Im letzten Blogbeitrag hatte ich ja vorgerechnet, dass selbst ein athletischer Körper über 50‘000 kcal in Fett als Energiereserve hat. Die Zuckerspeicher betragen etwa 2500 kcal, also rund 20-mal weniger.

Verbesserung der Fettverbrennung

Die Leistungsfähigkeit der Fettverbrennung lässt natürlich auch trainieren, in dem Sinne, dass sie mehr Energie pro Zeiteinheit liefern kann. Habe ich schon erwähnt, dass die Systeme, welche wir oft benutzen auch verbessert werden? Jepp, hab‘ ich! Und genau so funktioniert es natürlich mit der Fettverbrennung!

Grundlagenausdauer trainieren

Um einen Anpassungsreiz für die Verbesserung der Fettverbrennung zu erreichen musst du so lange in der Fettverbrennungszone trainieren bis du müde bist. Diese Leistungszone wird auch als Grundlagenausdauer bezeichnet. Dort fühlt sich das Training locker und wenig anstrengend an. Reden ist dabei ohne Unterbrüche möglich. Wie lange es dauert bis du dabei müde bist hängt davon ab, wie gut dein System schon trainiert ist. Ein Sporteinsteiger kann nach 30 Minuten schon erschöpft sein, ein ausdauertrainierter Athlet fühlt sich nach mehreren Stunden noch frisch. Der Sporteinsteiger ist allerdings vermutlich gar nicht in der Lage, wirklich in der Fettverbrennungszone Sport zu treiben. Näheres dazu findest du im Blogbeitrag „Abnehmen mit dem Fettverbrennungspuls“

Wer braucht eine gute Grundlagenausdauer bzw. Fettverbrennung

Von einer super Grundlagenausdauer profitiert eigentlich jeder. Vor allem aber Leistungssportler, die lange Wettkämpfe (ab c.a. 1.5 Stunden) bestreiten und/oder schnell regenerieren müssen. Wenn du aber abnehmen möchtest ist die Fettverbrennung im Sport viel uninteressanter als du dir das vorstellst! In dem Bereich tummeln sich sehr viele Missverständnisse und Mythen. Zeit um aufzuräumen!

Ausblick

Das Thema Fettverbrennung zum Abnehmen behandle ich im nächsten Blogbeitrag der Serie. Denn das Thema ist so spannend, dass es auf jeden Fall einen eigenen Beitrag verdient hat! Wenn du willst, benachrichtige ich dich, sobald der Beitrag online geht. Abonniere einfach oben rechts diesen Newsletter, dann verpasst du das auf keinen Fall. Ich gebe deine Daten nicht weiter, Indianerehrenwort!

 

Von |2017-03-24T15:08:17+00:009. Dezember 2016|Allgemein, Sportwissenschaft|

Über den Autor:

Mein Name ist Dominique Ernst und ich arbeite als Produktmanager bei SPORLOOP. Ich bin Sportwissenschaftler und Marketingmanager und habe früher nebenberuflich als Fotograf gearbeitet. Ich freue mich in diesem Blog meine Erfahrungen und mein Wissen aus den unterschiedlichen Bereichen weiterzugeben. Ich hoffe meine Beiträge helfen dir weiter!

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